Umgang mit Krankheit

Wenn eine Maschine mit
im Bett liegt

Die wirksamste Therapie gegen Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie. Diese kann sich auch auf das Sexualleben von Paaren auswirken – sowohl im negativen als auch im positiven Sinne.

Text: Regula Grünwald, Florian Baccaunaud

Viele Schlafapnoe-Patientinnen und -Patienten fühlen sich dank einer CPAP-The­ra­pie im Alltag wieder fit. Dennoch sind nicht alle Betroffe­nen glücklich mit Gerät und Nasen­maske. «Von einem Tag auf den anderen liegt eine Maschine mit im Bett. Das ist natürlich nicht besonders sexy», erklärt Sophie Binz von der Lun­genliga Freiburg. Sie ist Leiterin des Kurses «Sich schön und wohl fühlen mit einer Maske», der sich intimen und ästhetischen Fragen widmet. Sie begegne immer wieder Betroff­enen, die sich für die Maske schämten, an­dere hätten Mühe, trotz Maske eine intime Atmos­phäre zu schaffen.

 

«Wichtig ist, dass Be­troffene und Angehö­rige wissen, dass sie mit diesen Gefüh­len nicht allei­ne sind», sagt Sophie Binz. Oftmals helfe es bereits, das Thema der Partner­in oder dem Partner gegen­über anzu­sprechen und den Nutzen der The­rapie genau zu erklären. Hilfreich könne auch der Austausch mit ande­ren Schlafapnoe-Patient­innen und -Patien­ten sein. Denn es gebe viele verschie­dene Arten, um trotz Nasen­maske und CPAP-Gerät Zärtlichkei­ten auszutau­schen und die Sexuali­tät auszuleben. «Einige Paare gehen das Thema humor­voll an und geben beispiels­weise der Maske Kose­namen», so Binz. Ande­ren helfe eine strikte Trennung: Fürs Schlafen wird die Maske getra­gen, beim Liebesakt hat sie nichts zu suchen.

 

Manchmal verstärke die Maske auch Proble­me, die schon vor der Diagnose be­standen hätten. In die­sen Fällen könne es sich lohnen, in­dividuelle Beratung­en in Anspruch zu nehmen.

 

Die CPAP-Therapie muss jedoch längst nicht für alle Paare ein Lust­killer sein, im Gegenteil: Wer wegen des lauten Schnarchens in getrenn­ten Zimmern schlief, könne wie­der densel­ben Schlafraum nutzen, erklärt Sophie Binz. Und die neu gewon­nene Energie wirke sich oft positiv auf das Liebes­leben in der Partner­schaft aus.

 

Viel Wasser trinken

Neben den intimen Heraus­forder­ungen sind Menschen mit Schlafap­noe oft auch mit ästhe­tischen Fragen konfrontiert. «Viele Betroff­ene stören sich an den Ab­drücken, die Maske und Bänder auf dem Gesicht hinter­lassen», sagt Kosmetikerin Sandrine Thürler, die eben­falls den Kurs der Lungenliga Freiburg beglei­tet. Sie gibt folgende Tipps:

 

Die Bänder sollten nicht zu straff sein, allenfalls können sie mit Watte oder Gaze gepolstert werden. Die Haut ist zudem we­niger empfind­lich, wenn sie gut mit Feuchtig­keit versorgt ist. Daher gilt: Viel Wasser trin­ken, wasser­hal­tige Früchte und Gemüse wie Ananas, Gurken und Toma­ten essen sowie das Auftra­gen einer feuchtig­keits­spenden­den Tages­creme mit einer kleinen Mas­sage verbinden, welche die Durch­blutung anregt und die Ab­drücke vermin­dert. Und falls nötig kön­nen noch etwas Make-up, ein Ab­deckstift oder getönte Tages­­creme nachhelfen.

 

Ein vielfältiges Angebot an Kursen sowie Selbsthilfe- und Erfahrungs­austausch­gruppen finden Sie unter:

www.lungenliga.ch/kurse

 

Die Lungenliga fördert Forschung zu Schlafapnoe

Personen mit Schlaf­apnoe leiden an kurzen Atem­ausset­zern im Schlaf, was zu Sauer­stoff­mangel führt. Zu den häufig­sten Symp­tomen von Schlaf­apnoe zählen starkes Schnar­chen, Tages­müdig­keit, Konzen­trations­störun­gen und Kopf­schmer­zen. Bei der CPAP-Thera­pie (conti­nuous positi­ve airway pres­sure) wird nachts über eine Nasen­maske ein Luft­strom in die Atem­wege gelei­tet, welcher diese offenhält.

Neben der Bera­tung und Betreu­ung von Betroffe­nen fördert die Lungen­liga mit ihrem For­schungs­fonds, der durch Spen­den­gelder und Bei­träge der kan­tona­len Lun­genligen finan­ziert wird, auch For­schungs­projek­te zu Schlaf­apnoe. So konnte ein Forscher­team aus Zürich unter der Leitung von Malcolm Kohler unter­su­chen, wa­rum Men­schen mit dem Ehlers-Danlos-Syn­drom (EDS) häufig über Tages­müdig­keit klagen. Den For­schen­den gelang der Nach­weis, dass Person­en mit dieser an­gebo­renen Binde­gewebs­krank­heit, deren typisches Merk­mal die Über­dehn­barkeit von Haut und an­derem Gewebe ist, oft auch an Schlaf­apnoe leiden.

Dank dieser Stu­­dien­resul­tate können EDS-Be­troffene gezielt behan­delt werden, was ihre Lebens­quali­tät verbessert.

Mehr Infos unter:

www.lungenliga.ch/schlafapnoe

www.lungenliga.ch/forschung

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Chutzenstrasse 10, 3007 Bern