Rat vom Experten

Eine chronische Krankheit kann finanzielle Sorgen verursachen

Deshalb bieten mehrere kantonale Lungenligen auch Sozialberatungen an. Wir haben für Sie einige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Experte: Patrick Schaad, Sozialarbeiter BSc FH, Lungenliga Bern

Persönliches Vermögen und IV-Rente?

Ich erhalte eine volle Invalidenrente. An meiner Invalidität gibt es keinen Zweifel, ich kann nie mehr arbeiten und erhalte gemäss einem Gerichtsentscheid keine Rente aus der Pensionskasse. Deshalb könnte ich das Guthaben meines Freizügigkeitskontos vorzeitig beziehen. Würde dies meine IV-Rente mindern?

 

Antwort des Sozialarbeiters:

Da es klar ist, dass Sie nie mehr arbeiten können, haben Sie das Recht auf einen vorzeitigen Bezug des Vorsorgeguthabens. Eine Auszahlung dieses Vermögens hat keinerlei Einfluss auf Ihre IV-Rente.

Diese bliebe so, wie sie zurzeit ist. Denn gemäss Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), hat nur der Erwerb einen Einfluss auf die gewährte Rente, nicht jedoch das Vermögen – egal, ob jemand arm oder sehr reich ist.

 

 

inkje/photocase

 

Zu hohe medizinische Kosten, keine Ergänzungsleistungen?

Ich erhalte eine AHV-Rente sowie die Rente der Pensionskasse, jedoch habe ich kein Anrecht auf monatliche Ergänzungsleistungen. Die steigenden Kosten, die meine Krankheit verursacht, stellen mich vor finanzielle Probleme. Was kann ich tun?

 

Antwort des Sozialarbeiters:

Betrachten wir die genauen Zahlen, liegen Sie mit dem Einkommen, das Sie erhalten, jährlich 2000 Franken über dem Maximalbetrag, bei welchem Sie noch Anspruch auf monatliche Ergänzungsleistungen hätten. Trotz dieses «Überschusses» empfehle ich Ihnen, einen Antrag auf Ergänzungsleistungen zu stellen. Zwar wird die Ausgleichskasse den Anspruch auf diese Leistungen wegen dem zu hohen Einkommen abweisen.

 

Was die Krankheitskosten betrifft, darunter insbesondere die Franchise und der Selbstbehalt (10 Prozent, aber maximal 700 Franken pro Jahr), aber auch medizinische Transporte und Zahnarztkosten, so können diese zurückerstattet werden. Dies, sofern Sie mehr als 2000 Franken für anerkannte medizinische Leistungen ausgegeben haben. Es ist daher wichtig, immer einen Antrag auf Ergänzungsleistungen zu stellen, um zu wissen, ab welcher Summe Sie Anspruch auf die Rückerstattung von Krankheitskosten hätten.

Die Dienstleistungen der Lungenliga

Lungenkrankheiten belasten Betroffene und ihr persönliches und berufliches Umfeld:

  • Was tun,
  • wenn Ängste die Lebensfreude überschatten?
  • wenn der Beruf nicht mehr wie bis anhin ausgeübt werden kann?
  • wenn finanzielle Engpässe entstehen?

Die kantonalen Lungenligen bieten sowohl in psychologischen als auch in sozialen Belangen umfassende Beratung.
Mehr Infos unter:

www.lungenliga.ch/

sozialberatung

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Chutzenstrasse 10, 3007 Bern